Heimattage hinterlassen ein gutes Gefühl

Rund 250 Veranstaltungen, Tausende Besucher, ein Landesfestumzug mit mehr als 2000 Mitwirkenden – das alles innerhalb eines Gesamtbudgets von knapp 890 000 Euro. Heimattage-Beauftragte Ada Götz legte in dieser Woche noch einmal einen beeindruckenden Abschlussbericht des besonderen Heimattage-Jahres vor.
Der städtische Anteil an diesen Kosten blieb bei rund 275 000 Euro. Den Rest steuerten Sponsoren und Spender bei, das Land förderte die Heimattage – forderte dafür aber auch eine gewisse Anzahl an aufwändigen Veranstaltungen.
„Weinheim hat sich in diesem Jahr ganz toll in die Region hinaus präsentiert“, hieß es am Ratstisch. Das Fazit der Verwaltung fällt positiv aus, auch wenn das anfängliche Budget nicht ganz ausgereicht hat. „Das einzige Negative ist, dass ich in diesem Jahr noch nicht in Weinheim war“, schmunzelte Oberbürgermeister Michael Möslang, der im Mai 2006 gewählt wurde.
Unter dem Motto „Heimat ist ein Gefühl“ hat Weinheim 2025 ein ganzes Jahr lang gefeiert und bleibende Werte geschaffen. Höhepunkte waren der Baden-Württemberg-Tag im Mai mit Gewerbeschau, SWR1-Pfännle und einem Auftritt von Comedy-Star Bülent Ceylan, ein Konzert von Laith Al-Deen, ein Jugendfestival, ein großes Bühnenprogramm sowie die Landesfesttage im September. Allein beim großen Festumzug säumten nach Schätzungen rund 10 000 Menschen die Straßen. Ehrengast dabei war unter anderem Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Am Großen Zapfenstreich nahm Innenminister Thomas Strobl teil.
Die Kosten waren ein wesentlicher Teil des Abschlussberichts. Ursprünglich wollte die Stadt mit einem eigenen Budget von 200 000 Euro für das operative Geschäft auskommen, dazu kamen Landeszuschüsse und Sponsoring-Gelder. Vor allem die verschärften Sicherheitsanforderungen trieben die Ausgaben in die Höhe. Allein die vom Land vorgegebenen Veranstaltungen kosteten rund 725 000 Euro. Insgesamt blieb Weinheim nach Angaben der Verwaltung dennoch deutlich unter den Ausgaben anderer Heimattage-Städte.
Die Verwaltung sieht den eigentlichen Erfolg der Heimattage aber nicht nur in den Besucherzahlen. Zahlreiche Vereine, Organisationen und Privatpersonen beteiligten sich. Schulen und Kindergärten beschäftigten sich mit dem Heimatbegriff. Und manches bleibt: etwa der „Woinemer Rundweg“, die Mundart-Audioführung „Woinemer Gschischde“, der Liederweg in den Odenwald-Ortsteilen oder die Weinheim-Bänke.
Auch touristisch hätten die Heimattage nachhaltig gewirkt, heißt es im Bericht. Die landesweite Medienpräsenz habe Weinheim bekannter gemacht. Besucherfrequenzmessungen zeigten, dass dieser Effekt über das Festjahr hinaus anhalte.
