Gute Ideen für fallendes Laub

Der Herbst zeigt sich in Weinheim von seiner schönsten Seite. Die Bäume färben sich bunt, die Straßen bekommen ein goldenes Kleid. Doch was Spaziergänger erfreut, bedeutet für den städtischen Baubetriebshof vor allem eines: jede Menge Arbeit. Denn irgendwann fallen die Blätter. Und dann muss es schnell gehen.

Rund 600 Kubikmeter Laub sammeln die Mitarbeiter des Weinheimer Bauhofs in einem durchschnittlichen Herbst ein. Je nachdem, wie nass die Blätter sind, können das zwischen 20 und 200 Tonnen sein.
 
Laubcontainer als „Win-Win-Situation“
 
Damit der Bauhof die Laubmengen besser bewältigen kann, setzt die Stadt seit einigen Jahren auf eine bewährte Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern. An besonders baumreichen Straßen stellt sie große Laubcontainer auf. Im vergangenen Jahr waren es 60 Stück, die von der Weinheimer Firma Münch gespendet worden waren. Rund 300 Kubikmeter Laub kamen bei dieser gemeinsamen Sammelaktion zusammen. Die Laubcontainer sind Projekt von Markus Schäfer, dem Leiter der Weinheimer Straßenreinigung. Andere Kommunen haben die Idee mittlerweile aufgegriffen.
 
Das Prinzip ist einfach: Anwohner können das Laub von den Gehwegen in die bereitgestellten Container füllen. Sie erfüllen damit ihre Reinigungspflicht, während der Bauhof das gesammelte Laub leichter abtransportieren kann. Ein Service, der keineswegs selbstverständlich ist. Denn grundsätzlich sind die Anwohner selbst dafür verantwortlich, das Laub auf den Gehwegen vor ihren Häusern zu beseitigen und ordnungsgemäß zu entsorgen – also eine freiwillige Serviceleistung der Stadt und eine Win-Win-Situation.
 
Meistens geht es nach einem herbstlichen Wetterumschwung im Oktober richtig los. Dann fallen innerhalb weniger Tage große Mengen Laub von den Bäumen. Besonders arbeitsintensiv sind die ersten drei Wochen. Insgesamt hält die Hochphase der Laubbeseitigung etwa drei bis fünf Wochen an.
In dieser Zeit sind rund zwölf Mitarbeiter der Straßenreinigung Baubetriebshofs überwiegend damit beschäftigt, Straßen und Wege vom Laub zu befreien. Fünf Laubsauger und vier Kehrmaschinen sind im Einsatz. Die Laubbeseitigung gehört dabei zur regulären Straßenreinigung, die im Herbst allerdings besonders gefordert ist.
Vor allem dort, wo Weinheim besonders grün ist, gibt es besonders viel zu tun. Zu den Laub-Hotspots zählen die Freudenbergstraße, die Albert-Ludwig-Grimm-Straße, der Multring und die Friedrich-Vogler-Straße. Dort stehen viele Bäume – ein Segen für das Stadtklima, im Herbst aber auch eine Herausforderung für die Straßenreinigung.
 
Nur Laub in die Container
 
Einen starren Fahrplan gibt es dabei nicht. Der Bauhof richtet seine Einsätze nach Wetter, Laubmenge und Bedarf aus. Manchmal wird von einem Tag auf den anderen entschieden, wo die Mitarbeiter besonders dringend gebraucht werden. Vor allem nach Stürmen oder starkem Regen ist Eile geboten. Denn nasses Laub kann auf Gehwegen und Straßen schnell zur Rutschgefahr werden. Dann geht es nicht mehr nur um Sauberkeit, sondern um Verkehrssicherheit.
Sauberes Laub kann ein wertvoller Rohstoff sein. Etwa die Hälfte der eingesammelten Menge kann in der Weinheimer Kompostieranlage zu Kompost verarbeitet werden. Die andere Hälfte muss als sogenannter Kehrabfall entsorgt werden, weil eine Verunreinigung mit anderem Müll nicht ausgeschlossen werden kann. Und das ist ungefähr doppelt so teuer.
Allerdings hat die Sache einen Haken. In den Containern landet immer wieder Abfall, der dort nicht hineingehört: Erde, Grünschnitt, Kompost oder sogar Biomüll. Das ärgert nicht nur die Mitarbeiter, die den Unrat mühsam von Hand aussortieren müssen. Es kostet die Stadt auch Geld.
Deshalb verbindet der Baubetriebshof seine Vorbereitungen auf den Herbst mit einem Appell an die Bevölkerung: Wer die Möglichkeit hat, sollte Laub auf dem eigenen Grundstück kompostieren. Die öffentlichen Laubcontainer sind eine zusätzliche Hilfe, aber keine Sammelstellen für Gartenabfälle aller Art. Hinein gehört ausschließlich Laub.