Damit Rutschen nicht zum Risiko wird
Eine ganze Generation von Kindern, Weinheimer Sprösslinge ebenso wie viele kleine Besucherinnen und Besucher aus der Region, haben sie genutzt: Die große Edelstahlrutsche auf dem Katzenlaufspielplatz am Eingang des Exotenwaldes. Rund 30 Jahre hat die Rutsche auf dem Buckel, unzählige Hosenboden sind über sie den Hang hinunter geflitzt – aber haben eben auch Spuren hinterlassen.
Schweren Herzens wurde jetzt im Amt für Verkehrsanlagen und Grünflächen im Rathaus die Entscheidung getroffen, die Rutsche abzubauen. Sowohl, was den Unterbau angeht, als auch den Edelstahl der Rutsche selbst, ist das Verletzungsrisiko zu hoch. Bei der anstehenden Jahresüberprüfung würde die Rutsche den Sicherheitsanforderungen nicht mehr genügen.
„Die Rutsche wurde jetzt schon mehrfach geschweißt und ausgebessert“, beschreibt Amtsleiter Patrick Walter, „das Material ist jetzt zu sehr verbraucht, es würden messerscharfe Kanten entstehen“. Der Hang unter der Rutsche ist nach den vielen Jahren auch dermaßen abgetragen, dass sie über weite Teile frei in der Luft hängt. Das wiederum ist nach aktuellen Sicherheitsbestimmungen für Kinderspielplätze nicht mehr zulässig.
Dass es jetzt schnell gehen muss, hat neben dem vorhandenen Verletzungsrisiko auch mit der Krötenwanderung zwischen Exotenwald und Schlosspark zu tun. Bevor sie so richtig beginnt, und die Baumaschinen die Tiere gefährden, wird die Stadt die Rutsche schon in den nächsten Tagen demontieren.
Fürs erste soll der Rutschenhang neu modelliert werden. Am Fuß des kleinen Hügels liegt ein großer Natursandkasten. Wippen, Schaukeln und ein Drehring bleiben ebenso erhalten wie der Calisthenics-Park auf der unteren Ebene des Spielplatzes. Wenige Hundert Meter entfernt im Schlosspark befindet sich ein Kleinkinderspielplatz mit inklusiven Geräten und in der anderen Richtung im Wald ein Bolzplatz.
Eigentlich war beabsichtigt, die beliebte Rutsche noch bis zu einer umfassenden Neugestaltung des Spielplatzes zu erhalten. Die Entwürfe liegen bereits vor und sehen unter anderem neue Spielgeräte sowie einen Rutschenturm vor. Der Zeitpunkt der Umsetzung ist wegen der finanziellen Lage der Stadt allerdings noch unklar. Umso bedauerlicher sei es, dass die alte Rutsche nun aus Sicherheitsgründen schon vorher weichen muss – letztlich aber, um die Kinder vor möglichen Verletzungen zu schützen.


