Grünes Licht für den Radschnellweg
In möglichst kurzer Zeit zwischen Weinheim und Mannheim mit dem Fahrrad unterwegs, klimafreundlich, ohne viele Ampeln, dafür mit genügend Platz und sicherem Vorankommen - das sind gute Aussichten für Radfahrer, die zwischen der Großen Kreisstadt und dem Oberzentrum pendeln. Am Mittwochabend sind die Fahrradfahrer und andere Freunde klimafreundlicher Mobilität auf diesem Weg ein gutes Stück vorangekommen. Der Ausschuss für Technik, Umwelt und Stadtentwicklung (ATUS) hat sich für eine Trasse ausgesprochen, die dem Gremium als Vorschlag des Amtes für Stadtentwicklung vorlag und einen Kompromiss nach mehreren Vorgesprächen darstellt. Kernstück ist eine Unterführung unter den Bahnschienen – die sicherste Variante.
Der Ausschuss sprach eine entsprechende Empfehlung an den Gemeinderat aus, der am 18. März eine endgültige Entscheidung zu treffen hat.
Barbarasteg erfüllt nicht die geforderten Standards
Die ATUS-Mehrheit sprach in der Diskussion von einer deutlichen Verbesserung für Radfahrer, aber auch von einer Steigerung der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer – vor allem an neuralgischen Punkten in der Weststadt. Die Trasse geht vom Hauptbahnhof bis zur westlichen Gemarkungsgrenze nach Viernheim.
Verlockend dabei: Eine sehr stattliche Förderung der Maßnahme durch Bund und Land. Man rechnet mit einer Kostenübernahme von bis zu rund 90 Prozent. Damit sei aber auch klar, dass der Ausbaustandard den Förderrichtlinien entsprechen muss und nicht im Ermessenspielraum der Kommune liegt. Somit sei der Barbarasteg zwischen Rosenbrunnenstraße und Breslauer Straße nicht zulässig; er erfüllt nicht den geforderten Standard, weil er zu schmal und zu steil ist. Eine Ertüchtigung wäre die teuerste Variante.
Stattdessen kristallisiert sich nun eine Trasse heraus, für die eine Unterführung unter den Bahnschienen in Richtung Multring und Breslauer Straße gebaut wird – diese entspricht den geforderten Standards und ermöglicht den Zugang zu den staatlichen Fördermitteln.
Insgesamt soll die gewählte Streckenführung etwa 21,9 Millionen Euro kosten. Bis zu 90 Prozent könnten Bund und Land davon übernehmen.
Sven-Patrick Marx, der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung (zu dem auch die Verkehrsplanung gehört), hatte zuvor die Entwicklung geschildert sowie die Überlegungen, die zu der jetzt vorgeschlagenen Trasse geführt haben. Marx betonte, dass für einen Radschnellweg Fördermittel aus Land- und Bundesmitteln in Aussicht stehen, „die wir so in diesem Maße aus anderen Projekten nicht kennen“. Man rechnet mit einer Förderung von rund 90 Prozent. Damit sei aber auch klar, dass der Ausbaustandard den Förderrichtlinien entsprechen müsse und nicht im Ermessenspielraum der Kommune liegt. Somit sei der Barbarasteg zwischen Rosenbrunnenstraße und Breslauer Straße nicht zulässig; er erfüllt nicht den geforderten Standard, weil er zu schmal und zu steil ist.
Missstände in der Breslauer Straße beheben
So sei man nach Vorberatungen zum Kompromiss der nun vorgeschlagenen Trasse gekommen. Ein Hauptanliegen sei es gewesen, keine Konkurrenz zwischen den Verkehrsmitteln entstehen zu lassen. So sei man auch von der Sperrung des Suezkanalweges für den Autoverkehr wieder abgerückt.
Insgesamt, so auch Sven-Patrick Marx, bedeute der Radschnellweg nicht nur eine deutliche Verbesserung für die Radfahrer, sondern insgesamt eine Erhöhung der Verkehrssicherheit, vor allem in der Breslauer Straße, wo es im Moment schwierige Situationen gibt. Auf diesem Wege könne man Missstände abstellen, ohne sehr tief in die eigene Tasche greifen zu müssen.
Der Stadtplanungschef erinnerte auch daran, dass der Gemeinderat der Stadt Weinheim für den Radschnellweg schon im Jahr 2019 einen Grundsatzbeschluss getroffen hat, um gemeinsam mit den Nachbarstädten Weinheim und Viernheim die Strecke umzusetzen. Rund 14 000 Pendler verkehren derzeit zwischen der Großen Kreisstadt und dem Oberzentrum Mannheim. In Mannheim und Viernheim sind Abschnitte des Radschnellweges bereits umgesetzt. Weinheim holt jetzt auf.

