„Weinheim heizt vor“

Wie heize ich künftig mein Haus oder meine Wohnung in Anbetracht von knapper, teurer und absehbar nicht mehr zulässiger fossiler Brennstoffe? Solardächer, Wärmepumpen, Geothermie, individuelle Lösungen – aber was ist das Richtige für mich und meine Immobilie? Das fragen sich im Moment alle Haus- und Wohnungsbesitzer. Fragen über Fragen. Viele Antworten gibt es auf einer Veranstaltung der Stadt Weinheim am Dienstag, 21. April, in der Weinheimer Stadthalle von 16 Uhr bis 20.30 Uhr. Unter dem Motto „Weinheim heizt vor!“ ist die mehrstündige Info-Veranstaltung bei freiem Eintritt (und Sonderangeboten) eine Mischung zwischen Vortrags-Veranstaltung und Handwerkermesse.

Über 20 Fachbetriebe aus Weinheim und Umgebung, darunter auch führende Wärmepumpen-Hersteller, stellen ihre Produkte und Dienstleitungen vor, es geht um Heizung und Sanitär, Wärmepumpen, Holzbau, Fenster, Dämmung, aber auch um Haustechnik allgemein, Solaranagen, einschlägige Finanzierungen und natürlich Energieberatung. Die Handwerkermesse öffnet ihre Tore um 16 Uhr, die Vorträge beginnen um 18 Uhr.
Mit „Weinheim heizt vor!“ ist die Stadt Weinheim Teil der aktuell größten Informationsreihe zur Wärmewende in Europa und Standort der bundesweiten Wärmepumpen-Infotage zur unabhängigen Orientierung beim Thema Heizungstausch. Moderatorin Anja Floetenmeyer-Woltmann ist eine der profiliertesten Stimmen zur praktischen Umsetzung der Wärmewende in Deutschland. Das Klimaschutzteam der Weinheimer Stadtverwaltung hat das Format allerdings noch erweitert, indem es mit örtlichen Handwerkern und lokalen Akteuren zusammenarbeitet.
Mit dem Untertitel „Individuell beraten. Klug umsetzen.“ stellt die Veranstaltung am 21. April den Auftakt für eine Kampagne zur Steigerung der Sanierungsrate dar. Diese Aufklärungskampagne besteht des Weiteren aus dem Angebot von individuellen Gebäudesteckbriefen und einer aufsuchenden Energieberatung. Am Stand der Energieberatungsagentur KLiBA können sich Besucher für eine kostenlose aufsuchende Energieberatung mit Wärmepumpencheck für das eigene Gebäude registrieren. Das kostenlose Angebot gilt nur für Besucher der Veranstaltung am 21. April, danach wird ein Eigenanteil fällig.
Außerdem wird es im Herbst wieder einen Tag der offenen sanierten Häuser geben, bei dem man mit den Eigentümern über deren Erfahrungen sprechen kann.
 
Im Fokus der Veranstaltung am 21.April stehen die Fragen, die viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer aktuell beschäftigen: Welche Kosten entstehen? Welche Fördermittel gibt es? Ist das eigene Gebäude geeignet? Woher kann ich Strom und Wärme klimafreundlich beziehen? Und wie entwickelt sich der Energiemarkt?
 
Im Vortragsprogramm, das um 18 Uhr mit einer Begrüßung durch Bürgermeister Andreas Buske startet, spricht Stadtwerke-Geschäftsführer Alexander Skrobuszyniski über den Stand der Wärmewende in Weinheim. Sally Köhler von der „Fünf Prozent GmbH“ erklärt, wo und wie sich Gebäudeeigentümer einen kostenlosen Steckbrief für ihr Gebäude abrufen können, mit ersten Informationen zu Kosten und Einsparpotenzialen. Dr. Klaus Keßler von der Kliba erläutert, was Aufsuchende Energieberatung bedeutet, welche Schritte dazu notwendig sind und was der Gebäudeeigentümer als Beratungsergebnis erhält. Anja Floetenmeyer-Woltmann referiert über ihr Spezialgebiet Wärmepumpe im Altbau und sagt „es gibt eine passende Wärmepumpenlösung für fast jeden Anwendungsfall“. Sie ist auch Wärmepumpen-Beirätin der EU-Kommission und kennt die Branche wie keine andere.
Der Eintritt zu „Weinheim heizt vor! Individuell beraten. Klug umsetzen“ ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 

„Es geht um gut verständliche Infos“

Anja Floetenmeyer-Woltmann

Wie heize ich künftig mein Haus oder meine Wohnung in Anbetracht von knapper, teurer und aus Klimaschutzgründen unzulässiger fossiler Brennstoffe? Solardächer, Wärmepumpen, Geothermie, individuelle Lösungen – aber was ist das Richtige für mich und meine Immobilie? Das fragen sich im Moment alle Haus- und Wohnungsbesitzer. Fragen über Fragen. Viele Antworten gibt es auf einer Veranstaltung des Weinheimer Klimaschutzteams am Dienstag, 21. April, in der Weinheimer Stadthalle von 16 Uhr bis 20.30 Uhr. Unter dem Motto „Weinheim heizt vor“ ist die mehrstündige Info-Veranstaltung bei freiem Eintritt (und Sonderangeboten) eine Mischung zwischen Vortrags-Veranstaltung und Handwerkermesse. Im Vorfeld der Veranstaltung haben wir ein Interview geführt mit Anja Floetenmeyer-Woltmann, sie ist eine der profiliertesten Stimmen zur praktischen Umsetzung der Wärmewende in Deutschland. Sie betreut bundesweit Wärmepumpen-Infotage. Bei „Weinheim heizt vor“ am 21. April wird sie die Moderatorin sein und selbst einen Vortrag halten zum Thema „Wärmepumpe im Altbau“.
 
Wann und warum haben Sie mit den Wärmepumpen-Infotagen angefangen?
Anja Floetenmeyer-Woltmann: „Ich mache seit Beginn des russischen Angriffskriegs regelmäßig groß angelegte Wärmepumpen-Informationsveranstaltungen. Damals war ich Geschäftsführerin der Klimaschutzagentur Region Hannover und habe Bürgerinnen und Bürger der 21 Regionskommunen in hunderten Veranstaltungen informiert. Die Wärmepumpen-Infotage sind die bundesweite Weiterentwicklung dieser Arbeit: kommunal verankert, herstellerneutral und darauf ausgelegt, Menschen in reale Entscheidungsfähigkeit zu bringen.“
 
Wie viele Leute haben die Infotage besucht?
„Allein in den letzten drei Monaten habe ich bei Wärmepumpen-Infotagen vor mehr als 5000 Menschen gesprochen. Die Veranstaltungen sind durchgehend sehr voll oder mit bis zu 1000 Leuten ausgebucht, es kommen im Durchschnitt mehr als 600 Leute. Damit sind die Wärmepumpen-Infotage derzeit die größte Informationsreihe zum Heizungstausch nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.“
 
Was sind die größten Vorbehalte, die Ihnen begegnet sind, und wie haben die sich entwickelt seit dem Streit ums sogenannte Heizungsgesetz?
Die größten Vorbehalte richten sich nicht gegen die Technologie, sondern gegen mögliche Fehlentscheidungen. Menschen sorgen sich um Kosten, verstehen die Fördermittel nicht, haben Fragen zur Energiepreisentwicklung. Sie wissen nicht, ob ihr Haus tauglich ist und an wen sie sich überhaupt wenden können. Der Streit ums Heizungsgesetz hat diese Unsicherheit verstärkt. Gleichzeitig zeigt sich: Sobald diese Punkte verständlich eingeordnet sind, ist die Handlungsbereitschaft herausragend. Woher weiß ich das? Ich evaluiere alle Termine und nach einem Wärmepumpen-Infotag nehmen sich die Leute praktisch alle vor, das Thema jetzt anzugehen (89 Prozent) und nehmen sich sogar im Schnitt nicht nur einen, sondern die ersten konkreten drei Schritte vor.
 
Was beobachten Sie, seitdem sich der Rauch dieses Streits verzogen hat?
Die Grundsatzfrage „ob Wärmepumpe“ stellt kaum noch jemand. Fast alle fragen heute: „Wie mache ich das konkret bei mir?“ Genau in diesem Moment setzen die Wärmepumpen-Infotage an –  wo Menschen die eigene Unsicherheit bei diesem für alle brandneuen Thema spüren, bieten wir gut verständliche nüchterne Informationen.
 
 

(Erstellt am 31. März 2026)

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